Die Erbschaftssteuer

I.- Die Erbschaftssteuer

Wie bereits erwähnt, ist der Erbschaftsanfall in Spanien wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz steuerpflichtig; die spanischen Doppelbesteuerungsabkommen mit diesen Ländern sind leider nicht anwendbar.

Bei der Berechnung der Erbschaftsteuer spielt auch die Höhe des gesamten Vorvermögens des Begünstigten eine wichtige Rolle. Zudem sind die Steuersätze in Spanien deutlich höher und die Freibeträge niedriger als in anderen Ländern.

Trotzdem kann in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz die spanische Erbschaftsteuer auf Antrag angerechnet werden.

Der Anspruch auf Entrichtung der Erbschaftsteuer verjährt in 5 Jahren. Zu beachten ist aber, dass ohne Bezahlung der Erbschaftsteuer keine Eintragung des Erben als Eigentümer im Eigentumsregister erfolgt.

Wenn man die sechsmonatige Abgabefrist der Steuererklärung überschreitet, bezahlt man Verspätungszinsen an das spanische Finanzamt.

Wer sein wohlverdientes Geld nicht dem spanischen und deutschen, österreichischen oder schweizerischen Finanzamt schenken möchte, sollte sich deshalb möglichst frühzeitig (die meisten Gestaltungsmöglichkeiten bestehen vor dem Erwerb von Vermögenswerten in Spanien) qualifizierten Rat einholen.

II.- ERB- UND SCHENKUNSSTEUER IN SPANIEN

Jede Regionalregierung, die „Autonomias“ wie Cataluña, Madrid, Andalusien oder Valencia haben ihre eigene Erbschaftssteuergesetze und dort ist die Steuer praktisch abgeschafft. Bei Nicht-Residenten war damals die staatliche Regelung anzuwenden aber in seinem Urteil vom 03.09.2014 (AZ: C-127/12) hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass die in Spanien erhobene Erbschafts- und Schenkungsteuer wegen Ungleichbehandlung von Einheimischen (Residentes) und Nicht-Ortsansässigen (No Residentes) rechtswidrig ist.

Das heisst, ein deutscher (nicht-Resident) wird bezahlen genausoviel wie ein Resident bzw ein Spanier je nach dem wo die Liegenschaft sich befindet. Als Beispiel: in Cataluña gibt es ein Freibetrag von 100.000 € von Eltern zu Kinder. Wenn 3 Kinder beteiligt sind, dann sind die 100.000 € an jedem Kind zu ermässigen

In der staatliche Regelung bleiibt so: Im Erbfall haben direkte Abkömmlinge und Ehegatten einen Freibetrag von 18.000 Euro und Verwandte 2. und 3. Grades von 9.000 Euro. Entfernter Verwandte genießen keine Vergünstigung.

Die spanischen Steuersätze liegen zwischen 7,42 % bei einem Vermögen bis zu 8.000 Euro und steigern sich progressiv auf bis zu 32,98 %.

Auf dem Steuerbetrag wird ein Multiplikator zwischen 1,00 und 2,40 angewandt, wobei dieser Faktor abhängig ist von dem Vorvermögen des Erben und seinem Verwandtschaftsgrad zum Erblasser.

Bei Abkömmlingen, Adoptivkindern, Ehegatten, Vorfahren und Adoptiveltern liegt der Multiplikator abhängig vom Vorvermögen zwischen 1,0 und 1,2 (Gruppe I in der Tabelle). Bei Nebenlinien des zweiten und dritten Grades liegt dieser bereits zwischen 1,58 und 1,90 (Gruppe II in der Tabelle). Auf Verwandte vierten Grades und insbesondere Nichtverwandte wird ein Multiplikator von 2,00 bis 2,40 angewandt (Gruppe III in der Tabelle)

Vorvermögen Gruppe I Gruppe II Gruppe III
Bis 402.700 € 1,0000 1,5882 2,0000
Bis 2.007.400 € 1,0500 1,6676 2,1000
Bis 4.020.800 € 1,1000 1,7471 2,2000
+ 4.020.800 € 1,2000 1,9059 2,4000