Steuerrecht

Steuerrecht

I.- DER WOHNSITZ/ DIE RESIDENZ

Das maßgebliche Kriterium, das festlegt, wie eine natürliche Person oder eine Firma in Spanien zu besteuern ist, richtet sich danach, ob diese in Spanien ansässig ist oder nicht.

Die Besteuerung der Residenten richtet sich nach dem Einkommensteuergesetz 40/1998 vom 9. Dezember (Ley 40/1998, de 9 de Diciembre, del Impuesto sobre la Renta de las Personas físicas y otras Normas Tributarias – LIRPF).

Die Besteuerung der Nichtresidenten findet seine grundlegende gesetzliche Regelung in dem Einkommensteuergesetz der in Spanien Nichtansässigen 41/1998 vom 9. Dezember (Ley 41/1998, de 9 de Diciembre, del Impuesto de la Renta de no Residentes)

A. Der Wohnsitz von natürlichen Personen

Eine natürliche Person hat ihren gewöhnlichen Wohnsitz in Spanien, wenn auf sie einer der folgenden Umstände zutrifft:

  • Wenn sich die Person mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien aufhält.
  • Wenn die Person in Spanien ihren Lebensmittelpunkt oder den Mittelpunkt ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten oder Interessen auf direkte oder indirekte Weise hat.

A1) Der Wohnsitz nach dem DBA-Abkommen

In allen von Spanien gezeichneten Abkommen wird zur Bestimmung des Wohnsitzes einer Person in einem Staat auf das jeweilige innerstaatliche Recht eines jeden Staates verwiesen. Unter Beachtung der Tatsache, dass jeder Staat verschiedene Kriterien aufstellen kann, kann es geschehen, dass zwei Staaten ein und dieselbe Person als resident und damit unbeschränkt steuerpflichtig (Besteuerung des Welteinkommens) einstufen. Um eine zweifache Besteuerung desselben Einkommens zu vermeiden, besteht zwischen Deutschland, Österreich, Schweiz und Spanien die so genannten Doppelbesteuerungsabkommen. Den Fall der Doppelansässigkeit von Deutschen wird von dem Artikel 4 Absatz 2 des deutsch-spanischen DBA geregelt

SIEHE DAS DBA (htm / pdf)

A2) Nachweis des steuerlichen Sitzes

Eine Person kann eine Aufenthaltserlaubnis oder seinen Dienstort in einem Staat haben und zugleich in diesem nicht als steuerlich ansässig gelten. Um in einem bestimmten Staat steuerlich ansässig zu sein, muss diese Person dort der Besteuerung ihres Welteinkommens unterworfen sein. Die steuerliche Ansässigkeit wird mittels eines durch die Steuerbehörden des jeweiligen Staates ausgestelltes Zertifikat nachgewiesen. Die Gültigkeit solcher Zertifikate beträgt ein Jahr.

B. Der Sitz der juristichen Personen

Eine Gesellschaft wird als in Spanien ansässig betrachtet, wenn sie eine der folgenden Kriterien erfüllt:

  • Wenn Sie gemäß den spanischen Gesetzen gegründet wurde.
  • Wenn sie ihren Gesellschaftssitz auf spanischem Gebiet hat.
  • Wenn der Sitz der tatsächlichen Geschäftsleitung in Spanien liegt.

Für den Fall dass ein Sitzwechsel vorgenommen wird, so endet der Besteuerungszeitraum mit dem Wechsel.

B1) Nachweis des steuerlichen Sitzes

Eine juristische Person hat ihre steuerliche Ansässigkeit in einem bestimmten Staat mittels eines durch die Steuerbehörden des jeweiligen Staates ausgestelltes Zertifikat nachzuweisen. Die Gültigkeit solcher Zertifikate beträgt ein Jahr.

II.- DIE STEUERNUMMER IN SPANIEN

Unabhängig davon, ob Sie in Spanien eine Wohnung kaufen, einen festen Wohnsitz begründen, oder einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen wollen, benötigen Sie immer eine Steuernummer.

Es gibt drei verschiedene Begriffe für die Steuernummer in Spanien: NIE, NIF, CIF

A.- NIE – Número de Identificación de Extranjeros

Die NIE ist die Steuernummer für Ausländer. Sie ist die Basis für jegliche geschäftliche Aktivitäten in Spanien. Sie ist anzugeben bei allen Steuerzahlungen und ist bei der Polizeibehörde unter Vorlage des Personalausweises / Reisepasses mittels eines Formulars zu beantragen. Sofern später die „Residencia“ beantragt wird, ändert sich diese Ausländernummer nicht, sondern wird übernommen.

Die Steuernummer ist sowohl beim Immobilienerwerb als auch in notariellen Angelegenheiten und zur Zahlung der entsprechenden Steuern unerlässlich.

In der Regel dauert die Erteilung der Steuernummer mindestens 2 Wochen ab Einreichung der Unterlagen. Falls Sie also eine Immobilie kaufen wollen, müssen Sie die NIE mindestens ein Monat vor Zeichnung der Kaufurkunde beantragen.

Allein die Beantragung der NIE löst keine Steuerpflicht oder die Vermutung einer Steuerpflicht aus. Sie dient lediglich der Identifizierung und hat eine unbefristete Gültigkeit.

Beantragen Sie deshalb frühzeitig eine Steuernummer. Mit einer sprechenden notariell Vollmacht , übernehmen wir diese Aufgabe gerne für Sie. Sie bekommen alle notwendigen Unterlagen mit Erläuterungen per Mail zugesandt, unterzeichnen diese und senden sie uns per Post zu. Ihre NIE müssen Sie schließlich persönlich bei der Polizeibehörde abholen. Das kann dann aber am gleichen Tag geschehen, wie die Unterzeichnung der Kaufurkunde.

 

B.-NIF – Número de Identificación Fiscal

Dies ist die Steuernummer für Personen mit spanischer Nationalität. Sie stimmt mit der Personalausweisnummer überein und dient den gleichen steuerlichen Zwecken wie die NIE.

C.-CIF – Código de Identificación Fiscal

CIF ist die Steuernummer für juristische Personen, also für Gesellschaften wie z.B. die spanische SL.

III.- DIE TARJETA DE RESIDENCIA

Aufgrund des Dekrets 178/2003 vom 14.02.2003 besteht für EU-Bürger und für Staatsangehörige der Schweiz nicht mehr die Verpflichtung zur Beantragung eines Residentenausweises. Ein in Spanien Residenter kann sich zukünftig durch Vorlage seines Reisepasses sowie der spanischen Steuernummer (NIE) ausweisen.

Wer dennoch im Besitz einer Tarjeta de Residencia sein möchte, kann diese weiterhin beantragen. Eine Verpflichtung besteht jedoch nicht. Neben einem ausgefüllten Antragsformular sind grundsätzlich der gültige Personalausweis, sowie 3 Passfotos vorzulegen.

A.- Vorteile

Verkauft der Inhaber eines Residentenausweises in Spanien seine Immobilie, so entfällt die Verpflichtung des Käufers, 3 % vom notariell beurkundeten Kaufpreis einzubehalten und an das spanische Finanzamt abzuführen. Es wird jedoch davon abgeraten, den Residentenausweis nur zu diesem Zweck zu beantragen. Denn der in Spanien Ansässige ist verpflichtet, seine Veräußerungsgewinne in einer Steuererklärung zu deklarieren und die entsprechenden Steuern zu zahlen.

B.- Nachteile

  1. Der Residente unterwirft sich auch erweitert den spanischen Normen. Zum Beispiel ist er dazu verpflichtet beim spanischen Straßenverkehrsamt bestimmte Angaben bezüglich seines Führerscheins zu machen bzw. diesen dort überprüfen zu lassen.
  2. Aus steuerrechtlicher Sicht gilt als resident und damit unbeschränkt steuerpflichtig, wer sich mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien aufhält. Die Folge ist, das das gesamte Einkommen grundsätzlich in Spanien versteuert werden muss, wobei der unbeschränkt Steuerpflichtige dann aber auch das Recht auf umfangreichere steuerliche Abschreibungen genießt. Mehrfache steuerliche Belastungen werden durch das entsprechende Doppelbesteuerungsabkommen vermieden. Siehe DBA (htm / pdf).
  3. Probleme mit dem spanischen Finanzamt können sich jedoch für denjenigen ergeben, der im Besitz einer Residentenbescheinigung ist, in Wirklichkeit seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat und eine Einkommensteuererklärung für Nichtresidente bzgl. seiner Immobilie abgibt. Denn das Finanzamt geht in diesen Fällen oftmals davon aus, dass die betreffende Person unbeschränkt steuerpflichtig ist. Das Gegenteil hat dann der Steuerschuldner durch Vorlage einer beglaubigten und übersetzten Bescheinigung seines Finanzamtes in ihrem Heimatland zu beweisen.

Lassen Sie sich von uns deshalb vor der Beantragung einer Residentenbescheinigung fachlich beraten.

C.- Immobilienbesitz in Spanien und seine Auswirkungen auf die deutschen Steuern

Warum interessiert sich das deutsche Finanzamt so für den Immobilienbesitz deutscher Steuerzahler in Spanien? Welches Interesse könnten die spanischen Finanzbehörden an der Mitteilung von Immobilientransaktionen deutscher Steuerzahler in Spanien haben? Wie kann ich mich vor einem Informationsaustausch zwischen den deutschen und spanischen Steuerbehörden schützen?

Dass es seit einiger Zeit einen regen Informationsaustausch insbesondere von Spanien nach Deutschland gibt, liegt auf der Hand. Belegt wird dies nicht durch Bestätigungen der deutschen oder spanischen Finanzbehörden, sondern durch die Tatsache, dass deutsche Immobilienbesitzer in Spanien vermehrt Post vom deutschen Finanzamt bekommen und mittels eines Fragebogens aufgefordert werden, die Herkunft der für den Erwerb der Spanienimmobilie eingesetzten Geldmittel offen zu legen. Dem deutschen Finanzamt ist bekannt, dass in der Vergangenheit (insbesondere vor der Einführung des Euro) Schwarzgelder zum Immobilienerwerb in Spanien verwendet wurden. Diese aufzudecken und in Deutschland entsprechend zu ahnden, ist ein Ziel der deutschen Finanzbehörden. Zudem ist man sich der anstehenden „Erbschaftswelle“ bewusst und möchte auf die Erbschaftssteuer auch bei ausländischen Immobilien nicht verzichten. Und auch bei der Veräußerung einer Immobilie durch einen deutschen Steuerzahler hat das deutsche Finanzamt ein Besteuerungsrecht über den erzielten Gewinn. Bei erneuter Einführung der Vermögenssteuer in Deutschland wird das Interesse des deutschen Finanzamtes an spanischen Immobilien noch steigen. Wer als deutscher Steuerzahler eine Immobilie auf seinen Namen in Spanien erworben hat, muss in Zukunft mit einem Fragebogen seines Finanzamtes rechnen. Deutsche, die Ihre Immobilie über eine spanische Gesellschaft erworben haben, brauchen nicht mit derartigen Fragen zu rechnen, denn das spanische Finanzamt übermittelt lediglich Informationen von Immobilientransaktionen nicht residenter Personen. Die spanische GmbH (SL) hingegen ist eine in Spanien residente juristische Person.

Das Interesse des spanischen Finanzamts an der Übermittlung an das deutsche Finanzamt ist einfach zu erklären. Es ist bekannt, dass bei nahezu jedem Immobilienkauf ein Teil des Kaufpreises nicht beurkundet wird und den spanischen Steuerbehörden somit ein Teil der zumeist 7%igen Grunderwerbs- bzw. Mehrwertsteuer verloren geht. Decken also die deutschen Finanzbehörden eine Unterverbriefung oder nicht angemeldete Mieteinnahmen auf, so profitiert das spanische Finanzamt von diesen Ermittlungen und kann ohne großen Ermittlungsaufwand ebenfalls entsprechende rechtliche Schritte einleiten.

Wie bereits erwähnt, ist die Zwischenschaltung einer spanischen GmbH (SL) beim Immobilienerwerb ein geeignetes Mittel zur Unterbrechung des Informationsflusses nach Deutschland. Zudem kann durch den Erwerb einer Immobilie über eine SL die Einkommen- und Vermögensteuer in Spanien vermieden werden.